26. Juni 2012

Rezension zu "Das Geheimnis des Astronomen" von Kathrin Lange

(c) Schatzinsel Fischer

Titel       : Das Geheimnis des Astronomen
Autorin  : Kathrin Lange
Verlag    : Schatzinsel (Fischer)
Einzelband
Preis      : TB 8,99 €
Wertung: 3 Cupcakes







Nürnberg um 1473 »Das wirst du noch bereuen!« sind die Worte von Severin Tucher, als die zwölfjährige Kaufmannstochter Marie seinen Heiratsantrag schroff zurückweist. Sie ahnt nicht, wie sehr er rechtbehalten wird. Ein Jahr später wird sie von der Inquisition gejagt. Einer der eifrigsten Inquisitoren ist Severin Tucher, der nur darauf wartet, sich für die erlittene Demütigung zu rächen. Zusammen mit dem Taschendieb Ullrich gelingt Marie die Flucht aus dem Kerker. Ullrich nimmt Marie unter seine Fittiche und versteckt sie bei einem Freund, dem Astronomen und Mathematiker Regiomontanus. Marie ist fasziniert von seinen Instrumenten und der Sternwarte auf seinem Dach. Aber auch der Astronom scheint ein Geheimnis zu verbergern. Und ist Marie bei ihm wirklich sicher?

Das Buch beginnt mitten im Leben der dreizehnjährigen Marie. Ihr Vater ist zur Zeit auf Geschäftsreise und ihr Mutter ist hochschwanger.  Als sie nach Hause kommt liegt ihre Mutter in den Wehen, sie soll eine Frau namens Susanna holen, die ihr bei der Geburt helfen soll. Ihr Mutter stirbt an der Geburt und das Kind kommt tot auf die Welt. Marie beschimpft in ihrer Wut Susanna als Mörderin. Als sie am nächsten Tag erwacht, wird sie verhaftet, da sie beschuldigt wird ihrer Mutter bei einer Abtreibung geholfen zu haben, da Susanna unter Folter Marie als Komplizin angegeben hat. Severin Tucher, dem sie ein Korb vor einem Jahr gegeben hatte. Sie wird im gleichen Kerker wie Ullrich eingesperrt, als dieser von seinen Freunden den Spielleuten befreit wird, wird sie auch vor der Folter gerettet, aber sie wird noch von der Inquisition verfolgt...

Der Klappentext enthält etwas viel Information, aber hält sich in Grenzen. Der Titel passt schon, aber es hätte sichere bessere Möglichkeiten gegeben, da das Hauptaugenmerk, der Geschichte eher auf Inquisition ruht, als auf Astronomie. Das Gleiche gilt für das Cover.
In dem Buch führt jüngere Leser (ab 10/11) sehr gut an die Thematik Inquisition heran. Astronomie spielt auch ein Rolle, jedoch ist diese nicht so wichtig. Man erfährt als Laie gute Informationen zur Astronomie und lernt etwas dabei. Soweit ich es von meinem Standpunkt auf beurteilen kann, scheint mir die Geschichte gut recherchiert, wobei es natürlich auch einige fiktive Personen und Handlungsstränge gibt, jedoch klärt die Autorin im Nachwort auf, welche Teile davon wahr sind und welche von ihr erfunden worden sind. 
Man wird sofort mit der Protagonistin und ihrer Freude auf ihr Geschwisterchen konfrontiert. Sie war mir sympatisch und ich konnte ihr Vorfreude wider Erwarten nachvollziehen und folglich ihre Wut und Trauer im späteren Verlauf der Geschichte.Jedoch wird sie zeitweilig ein wenig unverständlich bzw. ich konnte ihre Handlungen nicht ganz nach Vollziehen, da diese Handlungen in meinen Augen etwas irrational waren und sie betonte immer wieder, dass sie die Tochter eines wichtigen Kaufmannes waren. Ich konnte nicht begreifen, warum sie nicht sah, dass dies in ihrer Lage total egal war. Und nervte mich damit ein bisschen, aber es hielt sich in Grenzen, denn da war noch Ullrich. Er ist 2 Jahre älter als Marie und beschützt sie sozusagen. Er war etwas undurchsichtig, aber sehr gefühlvoll und liebenswert. Er hat die Marie wieder wett gemacht. Generell waren die Charaktere nicht platt, aber es gab schon bessere geschriebene Protagonisten. 
Das Buch ist sehr spannend, vor allem für einen historischen Roman. Ich fand dies sehr gut und hatte das Buch deshalb schnell durch. 
Der Schreibstil ist angenehm und einfach verständlich, was auf das jüngere Zielpublikum zurück zu führen ist.
Ich fand das Ende sehr gelungen, wenn auch etwas dramatisch. Ich dachte mich auch kurz, dass die großen Gefühle, die Marie verspürt vielleicht etwas hoch gegriffen für eine 13 Jährige ist, jedoch muss ich ermahnen, dass sie doch sehr reif für ihr Alter zu sein scheint und man sich im 15. Jahrhundert befindet. 
Was ich noch erwähnen möchte, ist, dass die Autorin im Nachwort daraufhin weißt, dass man sie gerne kontaktieren kann, falls man Fragen zum Buch hätte, was sie in meinen Augen sehr sympatisch macht.

Ich fand die Geschichte war ganz nett, jedoch nichts wirklich besonderes. Jedoch denke ich, dass es eher daran liegt, dass ich bereits einige historische Romane gelesen habe. Für Einsteiger, denke ich, ist dieser historischer Roman etwas ganz Tolles!


Kommentare:

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Liebe Grüße
Christine